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DOSB fordert 38 Mio. Euro mehr pro Jahr

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will in Zukunft vom Bund jährlich deutlich mehr Fördergelder für den Spitzensport als bislang. Der Sportausschuss in Berlin ist von der Forderung überrascht.

Ein Gremium unter der Leitung von Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) hat einen Mehrbedarf in Höhe von 38 Millionen Euro pro Jahr errechnet, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Damit stiege der Beitrag der Steuerzahler für die Finanzierung des olympischen Spitzensports von 113 Millionen im Jahr 2013 auf gut 150 Millionen Euro. Mit welcher konkreten Forderung der Dachverband an das Bundesinnenministerium herantreten wird, ist noch unklar. „Wir werden nach den Koalitionsverhandlungen sehen, wer in der Zukunft Verantwortung für den Sport übernehmen wird und dann der neuen Bundesregierung und dem neuen Parlament den Finanzbedarf des Spitzensports darstellen“, sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper (Foto) am Sonntag der FAZ.

Hintergrund der Kalkulation ist die zunehmende internationale Konkurrenz sowie der Anspruch der Regierung an die olympischen Verbände, bei Olympischen Spielen zu den Besten zu gehören. „Wenn wir uns im internationalen Wettbewerb entwickeln wollen und mithalten sollen, dann brauchen wir auch die finanziellen Mittel“, sagte Bernhard Schwank, hauptamtlicher Direktor für den Leistungssport im DOSB. Er bestätigte die „Bedarfsermittlung“ für die kommenden Jahre bis 2016, wenn in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele stattfinden. Diese war in einer schriftlichen Umfrage aller im DOSB vereinigten Verbände erfolgt. „Deshalb ist dabei aber kein Wunschkonzert entstanden, wie man vermuten könnte. Alle Angaben der Verbände wurden vom DOSB auf eine realistische Einschätzung hin überprüft“, sagte Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland.

Freitag: „Da werden Wunschzettel geschrieben.“

In Berlin reagierten die Zuständigen mit wenig Gegenliebe auf den DOSB-Vorstoß. „Es wird Weihnachten. Da werden Wunschzettel geschrieben“, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Ich bin erstaunt, als Parlamentarierin eine solche Zahl in der Zeitung zu lesen. Zunächst einmal erwarte ich, was nach den Olympischen Spielen von London vorgesehen war, nämlich das System einer gründlichen Analyse zu unterziehen.“ Zudem habe man „keinen realistischen Spielraum“, um die Forderung zu erfüllen, da die Priorität derzeit auf der Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur liege, die für 2014 noch nicht gesichert sei.

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