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Grindel: "Club-WM wäre eine Verbesserung"

Die geplante Club-Weltmeisterschaft wirft weiterhin viele Fragen auf. Nun äußerte sich DFB-Präsident Reinhard Grindel zum neuen Wettbewerb. Dabei sieht er auch eine Verbesserung im Vergleich zu bestehenden internationalen Turnieren.

Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), hat sich in einem Interview mit der "Deutschen Welle" über die geplante Club-WM geäußert, die 2021 mit 24 Mannschaften in Kraft treten soll. Dabei soll die neue Liga im Rahmenterminkalender den 2017 letztmals ausgespielten Confederations Cup ablösen. In der umstrittenen Einführung des neuen Wettbewerbs sieht Grindel einen Vorteil im Vergleich zu anderen internationalen Turnieren: "Eine Club-WM wäre eine Verbesserung der Lage für kleinere und mittlere Ligen und Clubs."

Grindel begründet seine These damit, dass die Gelder aus Fernsehrechten sowie Sponsoring im Rahmen der Club-WM vollständig im Fußball verbleiben würden – anders als bei Turnieren, die von kommerziellen Anbietern ausgetragen werden. "Wenn wir einen solchen Wettbewerb nicht veranstalten, machen es kommerzielle Anbieter. Und da gibt es gar keine Solidaritätszahlungen", sagte Grindel der Rundfunkanstalt. Bei den externen Austragungen von internationalen Turnieren dürfte Grindel insbesondere auf den International Champions Cup (ICC) anspielen, der seit 2013 von Relevant Sport ausgetragen wird.    

Wie genau die Solidaritätszahlungen künftig im Rahmen der Club-WM aussehen, kann Grindel noch nicht abschätzen, bringt aber zwei Szenarien ins Spiel: "Die entscheidende Frage ist doch, verteile ich unter allen 211 Mitgliedsverbänden der FIFA das Solidaritätsgeld, oder muss nicht dort für Solidarität gesorgt werden, wo das Geld in den Wettbewerb eingreift." Nicht ganz uneigennützig plädiert Grindel, der als UEFA-Mitglied ein Mandat im FIFA-Council hat, für die letztere Variante: "Wenn gerade in Europa Clubs hohe Einnahmen aus dem neuen Wettbewerb generieren, dann spricht doch einiges dafür, dass die Solidaritätsgelder in die Ligen fließen, aus denen die teilnehmenden Clubs kommen."

Keine Konkurrenz zur UEFA Champions League schaffen

Auch die Fragen zur Struktur der neuen Club-WM sind weiterhin offen. Die UEFA plädiert offenbar dafür, nur acht statt der von der FIFA geforderten zwölf europäische Teilnehmer zu stellen. Grund dafür sei laut Grindel auch die Konkurrenz zur UEFA Champions League: "Für eine geringere Teilnehmerzahl Europas spricht, dass man ansonsten im Zweifel einen großen Wettbewerber zur Champions League kreieren würde." 

Die neue Club-WM soll am kommenden Freitag im Rahmen des FIFA-Council in Miami verabschiedet werden. Das bestätigte zuletzt auch Fernando Sarney, FIFA-Ratsmitglied, gegenüber dem "ZDF".

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