Skillshot
Gastbeitrag Sportbusiness Club

Gamifiziertes Recruiting: Bank Julius Bär setzt auf Spiele

Im Zeichen des globalen Fachkräftemangels suchen immer mehr Unternehmen nach alternativen Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung. Die Schweizer Bankengruppe Julius Bär ist fündig geworden und nutzt zukünftig ein Videospiel, um IT-Talente zu rekrutieren. Ein Gastbeitrag von unserem Sportbusiness Club Mitglied Skillshot. 

Viele Unternehmen und HR-Abteilungen kennen es. Die Suche nach Talenten und Fachkräften gestaltet sich schwierig. Insbesondere in den naturwissenschaftlich-technischen MINT-Fächern fehlen Arbeitskräfte. Im Jahr 2021 sagten 65 Prozent der deutschen Unternehmen bei einer Statista-Befragung, dass im Bereich IT ein Mangel an Spezialisten herrschen würde. Diese Unterversorgung am IT-Arbeitsmarkt ist auch in der Schweiz spürbar.

Die Schweizer Bankengruppe Julius Bär hat die Zeichen der Zeit erkannt. Die Bank gehört zu den größten Vermögensverwaltern im europäischen Raum. Die Ausrichtung der Aktivitäten ist dabei global ausgelegt und insbesondere im asiatischen Raum angesiedelt. Die Aufgaben im Unternehmen erfordern mit rund 6.500 Angestellten nicht nur viel Finanzwissen, sondern auch IT-Know-How. Um diesen Anforderungen auch in der Zukunft gerecht werden zu können, geht die Bankengruppe nun einen neuen Weg.

Julius Bär wird in Zukunft auf Gamifizierung im Personalbeschaffungsprozess setzen. Gemeinsam mit der Agentur Skillshot Consulting und dem Softwareentwickler Blocksport ist hierfür eigens ein Videospiel entwickelt worden. Dieses basiert auf der Spieleplattform Roblox und führt die Bewerber durch mehrere Level. Hier werden unterschiedliche Aufgaben gestellt, die auf Tätigkeiten im IT-Sektor des Unternehmens basieren. Darüber hinaus werden auch Softskills und allgemeine Problemlösefähigkeiten geprüft. Damit aber nicht genug. Neben den Aufgabenleveln wurde auch ein Bereich geschaffen, in dem sich die potenziellen Mitarbeiter über das Unternehmen Julius Bär informieren können.

Die Bankengruppe nutzt bei all dem das Phänomen der Ludologie. Der ludologische Ansatz basiert auf spielwissenschaftlichen Erkenntnissen. Menschen agieren anders und sehr intuitiv, wenn sie spielen. Darüber hinaus sorgt das technische Umfeld des Spiels dafür, dass sich die IT-Talente direkt in einem Bereich bewegen, der zu ihrer Tätigkeit und zu ihren Vorlieben passt. Somit spricht die #BeBärChallenge die potenziellen Mitarbeiter in ihrem gewohnten digitalen Umfeld an.     

Dass dieser Weg zukunftsweisend ist, zeigen aktuelle Zahlen. Zum einen kann man mithilfe von Roblox-Spielen teilweise Besucherzahlen in Milliardenhöhe erzielen, wie aktuelle Zahlen von Statista zeigen. Zum anderen hat der Branchenverband game ermittelt, dass in Deutschland mehr als 34 Millionen Menschen Videospiele nutzen. Die Zielgruppe ist also nicht nur riesig, sondern vor allem für Personalentscheider interessant. So erreicht man über das Gaming auch den E-Sport-Markt. Menschen, die sich mit E-Sport befassen sind überdurchschnittlich gebildet und in der Regel relativ jung, so eine Metaanalyse der FH Westküste.

Kurzum kann festgehalten werden, dass Julius Bär mit dem Konzept den Nerv der Zeit trifft. Es werden junge, gut ausgebildete Menschen in einer Umgebung erreicht, die sie kennen und schätzen. Gleichzeitig platziert sich die Bank als innovativer und digitalaffiner Arbeitgeber am Markt.