Klewenhagen

Bundesliga: Eine neue Manager-Generation wächst heran

Die Führungspositionen in der Bundesliga werden zunehmend von Managern aus branchenfremden Industriezweigen besetzt. Marco Klewenhagen, Geschäftsführer und Mitherausgeber von SPONSORs, blickt in seiner monatlichen Kolumne auf die Bundesliga und findet: Die neue Manager-Generation bringt eine auffallende Rationalität und Selbstkritik in das Geschäft mit.

Beim SPOBIS war es dann doch besonders auffällig: Das Management der Fußballbundesligisten verändert sich. Für die „neue Manager-Generation“ stehen beispielsweise Fernando Carro (Bayer 04 Leverkusen) oder Niels Rossow (1. FC Nürnberg), die beim SPOBIS auch auf der Bühne waren. Beide sind jetzt seit wenigen Monaten in ihren Clubs tätig. Zum erweiterten Kreis zählen sicherlich auch Peter Görlich (TSG Hoffenheim), Oliver Mintzlaff und Matthias Reichwald (beide RB Leipzig) und Paul Keuter (Hertha BSC). 

Die genannten Club-Manager haben eines gemeinsam: Sie sind alle keine klassischen Kinder der Bundesliga, die meisten davon waren in anderen Industriezweigen in leitender Position tätig, beispielsweise bei Sportartikelherstellern, Medienhäusern oder im Gesundheitswesen. Deshalb bringt dieser neue Schlag an Führungskräften durchaus eine neue Farbe ins Spiel. Ihr Blick auf viele Dinge ist auffallend rationaler, datenbezogener und selbstkritischer, als man es bisher vielerorts aus der Bundesliga gewohnt war.

Für diesen neuen Eindruck steht beispielhaft auch unser Gastbeitrag von Alexander Steinforth – gleichwohl der ehemalige Strategy Manager von Manchester United noch nicht in der allerersten Reihe eines Bundesligisten angekommen ist. Der 33-Jährige war früher Boston-Consulting-Berater und arbeitet seit Frühjahr 2017 bei Fortuna Düsseldorf in der neu geschaffenen Position des Direktors Geschäftsentwicklung, Strategie, Marketing und Digitales. In dieser Funktion hat er sich angenehm konstruktiv, aber auch selbstkritisch mit der Entwicklung des Verkaufs von Stadiontickets auseinandergesetzt (siehe Artikel unten). Wie wir finden, ist daraus ein wichtiger Beitrag für die Bundesliga entstanden.

Stadion leer
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Erleben wir das Sterben des Stadionerlebnisses?

Immer stärker wird im deutschen Fußball über rückläufige Zuschauerzahlen diskutiert. Bleiben tatsächlich immer mehr Plätze leer? Und falls ja, warum ist das so? Und wie sollten die Clubs hierauf reagieren? Eine Bestandsaufnahme aus dem Herzen der Bundesliga.

Die „Neuen“ zeigen nicht nur bei diesem Beispiel glaubwürdig auf, dass sie bestrebt sind, ihre Clubs auch abseits des sportlichen Tagesgeschäfts besser machen zu wollen. Ob dieser Typus Manager indes auch der richtige ist, um einen Fußballclub erfolgreich zu führen, wird in der Fußballbranche durchaus diskutiert. So sagte zum Beispiel Matthias Sammer auf dem SPOBIS, dass ihm in Clubs, Ligen und Verbänden oft die Sport- beziehungsweise Fußballkompetenz an der Führungsspitze fehlen würde. Der FC Bayern sieht dies offenbar ähnlich. Zumindest scheint der Club darüber nachzudenken, den ehemaligen Nationaltorhüter Oliver Kahn als künftigen Vorstandsvorsitzenden einzusetzen. Kahn hat bisher keinerlei Erfahrungen, ein Unternehmen zu führen, geschweige denn eines in der Größe und Komplexität der FC Bayern München AG. 

Kahn ist aber ganz sicherlich ein Kind der Bundesliga und bringt Fußball-Kompetenz mit. Und das Spiel an sich ist natürlich noch immer das Kernprodukt eines jeden Bundesligisten.

P. S.: Apropos, auch wir haben in gewisser Weise eine neue Generation – an Content. Beim SPOBIS haben wir unsere neue Datenbank erstmals vorgestellt, die seitdem für Mitglieder unseres „Sportbusiness Clubs“ nutzbar ist. Die beim SPOBIS gestartete Sonderaktion des „Sportbusiness Clubs“ war noch vor Ort ausverkauft – und jeden Tag kommen neue Mitglieder hinzu. Vielen Dank für diesen tollen Zuspruch! Wir freuen uns sehr darüber und hoffen, die Branche damit ein Stück weit besser machen zu können.

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