BVB Ticket

Saison 2018/19: Die große Ticketing-Analyse

Acht Euro für ein Tagesticket, 884 Euro pro Dauerkarte: Die Spanne der Ticketpreise 18 Bundesligisten ist größer denn je, wie die SPONSORs-Ticketing-Analyse 2018/19 zeigt. Erstmals seit langem sind jedoch die Durchschnittspreise gefallen. 

Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Nürnberg haben zwei Gemeinsamkeiten: Im Mai stiegen sie zusammen in die Bundesliga auf, in der Sommerpause schraubten sie dann kräftig an den Ticketpreisen für die neue Saison. Doch hier endet auch schon die Gemeinsamkeit. Denn während die Fortuna ihre Preise teilweise sogar senkte und nun das günstigste Tagesticket der Bundesliga für acht Euro anbietet (fünf Euro weniger als 2017/18 in der 2. Liga), schlug der FCN den Weg in die andere Richtung ein.

19 Euro kostet in dieser Saison das günstigste Tagesticket im Nürnberger Max-Morlock-Stadion – sieben Euro mehr als in der vorangegangenen Zweitliga-Saison. Kein Bundesligist verlangt mehr Geld für die günstigste Tageskarte bei einem Heimspiel. Damit belegen die Franken in dieser Kategorie den ersten Platz in der SPONSORS-Ticketinganalyse für die Saison 2018/19.

Infokasten
Bundesliga: Günstigste und teuerste Tickets (2018/19)

Tagesticket:

Günstigstes: 8 Euro (Fortuna Düsseldorf)

Teuerstes: 99 Euro (Hertha BSC)

Dauerkarte:

Günstigste: 112 Euro (Fortuna Düsseldorf)

Teuerste: 884 Euro (FC Schalke 04)

 

Quellen: SPONSORs, Angaben der Clubs

Wie in den Vorjahren hat SPONSORS für alle 36 Fußball-Erst- und -Zweitligisten die jeweils günstigsten und teuersten Ticketpreise in den beiden Kategorien Tagestickets und Dauerkarten (ohne VIP-Tickets) ermittelt. Neben den Franken stechen dabei vor allem Hertha BSC (teuerstes Tagesticket: 99 Euro) und der FC Schalke 04 (teuerste Dauerkarte: 884 Euro) hervor, wenngleich weder Hertha noch Schalke ihre Preise in diesen Kategorien im Vergleich zum Vorjahr verändert haben. Anders als die Mehrheit der Liga. Denn wie in der Vorsaison haben auch zur aktuellen Spielzeit elf Clubs ihre Preisstruktur in den untersuchten Kategorien mal stärker, mal weniger stark modifiziert (siehe Tabelle unten).

Bundesliga Tabelle

Aktuell kann man als Fußballfan für durchschnittlich 15,20 Euro ein Bundesliga-Spiel besuchen – wenn man mit einem Platz in der günstigsten Reihe zufrieden ist. Der 1. FSV Mainz 05 hat zur aktuellen Saison beispielsweise eine neue Blockeinteilung in der Opel Arena vorgenommen, um attraktivere Plätze stärker von weniger attraktiven zu trennen. Ein Ergebnis: Bis zu 2,50 Euro können Stehplatzbesucher nun pro Tageskarte sparen, wenn sie Randplätze im Stadion belegen.

Mainz 05 hat mit seinen günstigeren Tageskarten und der veränderten Ticketpreisstruktur vermutlich in erster Linie auf die ausbaufähige Auslastung der Arena reagiert. Fast jeder fünfte Platz war in der Saison 2017/18 bei den Heimspielen in der Opel Arena unbesetzt geblieben.

Ähnlich wie dem 1. FSV Mainz 05 ging es auch Hertha BSC. Der Hauptstadt-Club verlor in der vergangenen Spielzeit im Schnitt 5000 Zuschauer pro Partie im Vergleich zum Vorjahr – empfindliche Einbußen vor dem Hintergrund, dass Hertha bereits seit Jahren eine Stadionauslastung von knapp 60 Prozent hat. Auch deshalb hat sich die Geschäftsführung des Hauptstadtclubs im Sommer entschieden, dass Kinder unter 14 Jahren in dieser Saison kostenlos zu den Hertha-Heimspielen ins Olympiastadion kommen dürfen (ausgenommen sind die Partien gegen den FC Bayern München und gegen Borussia Dortmund sowie Dauerkartenplätze). Auch den Preis für die günstigste Dauerkarte senkte der Club um 18 Prozent auf nun 199 Euro pro Saison.

Analyse belegt steigende Preise

Könnte es künftig also niedrigere Ticketpreise in der Bundesliga geben? Die Clubs betonen jedes Jahr, wie wichtig es sei, die Preise für Eintrittskarten im europäischen Ligen-Vergleich niedrig zu halten und sie nicht fortlaufend zu erhöhen. Eine Analyse der Ticketing-Preise der vergangenen fünf Jahre belegte bislang den gegenläufigen Trend.

Seit der Saison 2013/14, als SPONSORS erstmals seine große Ticketing-Erhebung für die Bundesliga und 2. Bundesliga veröffentlichte, waren die Durchschnittspreise der Bundesliga in allen vier betrachteten Kategorien beinahe kontinuierlich gestiegen: das günstigste Tagesticket um 11,2 Prozent, das teuerste um 22,5 Prozent. Die günstigste Dauerkarte wurde um 12,3 Prozent teurer und die teuerste um sechs Prozent. Erstmals seit fünf Jahren sind in dieser Saison jedoch die Durchschnittspreise in allen vier Kategorien gesunken (siehe Grafiken unten).

Tageskarten
Dauerkarten

Die Vermutung liegt nahe, dass die Preisdifferenz vor allem durch die jährlich unterschiedliche Zusammensetzung der Liga zustande kommt: dass in Spielzeiten, in denen Vereine mit vergleichsweise günstigen Tickets wie der SC Freiburg oder Hannover 96 in der 1. Liga spielen, die Durchschnittspreise im Oberhaus entsprechend sinken.

Bereinigt man die Analyse um den beschriebenen Effekt, indem nur jene zwölf Clubs betrachtet werden, die in den vergangenen sechs Spielzeiten der ersten Liga angehörten, ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Tatsächlich gibt es seit der Saison 2013/14 einen Preisanstieg in drei von vier Kategorien zwischen zwei und elf Prozent. Demnach haben die Auf- und Absteiger der jeweiligen Saison zwar einen – wie in der aktuellen Spielzeit - kurzfristigen, aber innerhalb der allgemeinen Entwicklung noch vernachlässigbaren Einfluss auf die Durchschnittspreise in der Bundesliga.

Generell gilt jedoch: Wer die Spielklasse wechselt, ändert in aller Regel auch seine Ticketpreise. Ein Aufstieg geht dabei oftmals mit einer Preiserhöhung einher. Gründe dafür sind unter anderem die größere sportliche Attraktivität der Bundesliga im Vergleich zur 2. Bundesliga sowie ein höheres Zuschaueraufkommen bei den Heimspielen, das wiederum einen größeren Personalaufwand und somit höhere Spieltagskosten vor allem im Sicherheitsbereich erfordert.

Allerdings lässt sich anhand der vorliegenden Daten keine allgemeingültige Aussage darüber treffen, um wie viel Prozent Erstliga-Absteiger ihre Preise durchschnittlich senken beziehungsweise Aufsteiger ihre Preise erhöhen. Das zeigt ein einfaches Beispiel: In der Saison 2016/17 erhöhte Neu-Bundesligist RB Leipzig den Preis für sein teuerstes Tagesticket um 150 Prozent, Mitaufsteiger SC Freiburg hingegen um nur sieben Prozent. An dieser Stelle einen Durchschnittswert für Aufsteiger zu berechnen, wäre also unseriös.

Interessant ist jedoch ein Blick auf die direkten Wiederaufsteiger ins Oberhaus. Seit 2013/14 waren dies drei Clubs: Hannover 96, der SC Freiburg sowie der VfB Stuttgart. Dabei handelten alle drei Clubs unterschiedlich.

  • Hannover 96 senkte seine Ticketpreise in der Saison 2016/17 in Liga zwei im Schnitt um ein Viertel und erhöhte sie nach dem Aufstieg wieder auf den exakt gleichen Preis wie in der BundesligaSaison 2015/16 – offenbar im Bewusstsein um die Preissensibilität seiner Fans.
  • Der VfB Stuttgart ging in drei Preiskategorien (teuerste Tageskarte, günstigste und teuerste Dauerkarte) denselben Weg wie die Niedersachsen, bot jedoch nach der Rückkehr ins Oberhaus seine günstigste Tageskarte für 2,50 Euro weniger an als vor dem BundesligaAbstieg (17 Euro statt 19,50 Euro). Allerdings hatte der VfB in der Abstiegssaison 2015/16 mit 19,50 Euro in dieser Preisgruppe auch deutlich über dem Liga-Schnitt von 15,90 Euro gelegen.
  • Der SC Freiburg hingegen ging einen anderen Weg und nutzte die kurzzeitigen LigaWechsel, um seine Ticketpreise leicht nach oben zu korrigieren – nicht zuletzt, weil der Club bis dato seine Eintrittskarten weit unter dem Liga-Schnitt angeboten hatte. Die günstigste Tageskarte gab es beispielsweise vor dem Abstieg 2014/15 für 12,50 Euro, in der 2. Liga und nach dem Wiederaufstieg 2016/17 wurde der Preis für das preiswerteste Ticket auf 13 Euro erhöht. Auch die teuerste Tageskarte gab es vor dem Abstieg des Sport-Clubs für 52 Euro (Saison 2014/15), dann für 60 Euro (Saison 2015/16) und nach der Rückkehr in die erste Liga für 64 Euro (Saison 2016/17).

Allgemeine Aussagen zu Preiserhöhungen von direkten Wiederaufsteigern lassen sich also nicht treffen. Vielmehr treffen Clubs individuelle Entscheidungen.

Lesen Sie am Montag die große Ticketing-Analyse 2018/19 zur 2. Bundesliga mit allen Fakten zu Tagestickets, Dauerkarten und Preisentwicklungen der vergangenen Jahre.

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