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Murdoch vereint europäische Pay-TV-Sender

Jetzt ist der Deal bestätigt: 21st Century Fox hat seine Anteile an Sky Deutschland und Sky Italia für etwa 6,9 Milliarden Euro an BSkyB verkauft. Praktisch verliert das Murdoch-Imperium seinen Einfluss aber nicht.

Der Deal, in dem 21st Century Fox seine 57,4 Prozent an Sky Deutschland und Sky Italia an BSkyB abgibt, hat einen Wert von 6,9 Milliarden Euro. Allerdings bekommt 21st Century Fox im Gegenzug nicht die komplette Summe überwiesen. Stattdessen erhält das US-Unternehmen BSkyBs Anteile (21 Prozent) an National Geographic Channels International im Wert von etwa 520 Millionen Euro und erhöht damit seinen Anteil an National Geographic auf 73 Prozent.

Zudem kauft 21st Century Fox im Rahmen einer Kapitalerhöhung für 900 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 670 Millionen Euro) weitere Anteile an BSkyB und behält somit seinen 39,1-Prozent-Anteil am britischen Bezahlsender. Damit hat 21st Century Fox, trotz des formellen Verkaufs der deutschen und italienischen Sender weiterhin großen Einfluss auf das Gesamtgeschäft des neuen Sky-Verbunds.

BSkyB will Sky-Anteil erhöhen

Abzüglich dieser Nebentransaktionen, Steuern und vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden bekommt 21st Century Fox unter dem Strich etwa 5,34 Milliarden Euro direkt überwiesen. „Wir haben immer daran geglaubt, dass eine Zusammenlegung der europäischen Skys enorme Vorteile für das Geschäft und die Aktionäre bringen würde“, sagte James Murdoch, Co-Chief Operating Officer von 21st Century Fox.

Dabei sollen die Anteile an den Sender noch erhöht werden. BSkyB gab an die übrigen Aktionären ein sogenanntes "freiwilliges Barübernahmeangebot" ab und will pro Aktie 6,75 Euro bezahlen. Am Freitag legte die Sky-Deutschland-Aktie zu Handelsbeginn um 2,39 Prozent auf 6,819 Euro zu. DZ-Bank-Experte Harald Heider rät den Aktionären dazu, das Angebot nicht anzunehmen und die Anteile zu behalten. "Sky Deutschland wird mittelfristig von den Synergien in der neuen Gruppe des marktführenden Pay-TV-Anbieters profitieren", schrieb er in einer Studie.

21st Century will BSkyB-Anteil erhöhen

Chase Carey, President and Chief Operating Officer 21st Century Fox sagte: „Diese Transaktion verbessert unsere Liquidität deutlich und ermöglicht uns somit, einem unserer Kerngeschäftsprinzipien, der Kapitalrückführung an die Aktionäre, nachzugehen.“ Er kündigte für das Geschäftsjahr 2015 einen Kauf von weiteren Aktienpaketen von BSkyB an.

Damit widerspricht Carey auch indirekt den zuletzt aufgestellten Vermutungen, wonach 21st Century Fox mit dem Verkauf von Sky Italia und Sky Deutschland sein Amerika-Geschäft stärken will. 21st Century Fox war jüngst mit einem 80 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 59 Milliarden Euro) schweren Kaufangebot für Time Warner abgeblitzt, will aber offenbar zeitnah ein erhöhtes Angebot nachlegen.

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