Kosicke

Podcast mit Marc Kosicke: Berater, Unternehmer und Investor

Marc Kosicke ist vielen vor allem als Berater von Jürgen Klopp oder Ralf Rangnick bekannt. Im SPONSORs-Podcast erklärt der Geschäftsführer der Agentur Projekt B, weshalb er 2007 einen „unglaublich attraktiven“ Job bei Sportartikelhersteller Nike aufgegeben hat, um sich selbstständig zu machen. Kosicke spricht auch über seine zahlreichen Unternehmensbeteiligungen, die Beratertätigkeit für Hertha-Investor Lars Windhorst und die 50+1-Regel.

Es gibt nicht viele Leute im Sportbusiness, die von sich behaupten können, bereits Verträge mit Sportlerpersönlichkeiten wie Dirk Nowitzki, Roger Federer und Jürgen Klopp verhandelt zu haben. Marc Kosicke gehört dazu. Bereits während seines Studiums an der Sporthochschule Köln war der gebürtige Bremer im Sportsponsoring von Adidas tätig. Im Juni 2000 folgte der Wechsel als Sport Marketing Director zu Wettbewerber Nike. Einer der ersten Athleten bei seinem neuen Arbeitgeber war Oliver Bierhoff. Der heutige Direktor Nationalmannschaften und Akademie war auch Ideengeber einer gemeinsamen Agenturgründung, um zunächst sich selbst zu vermarkten.

Entstanden ist „Projekt B“ 2006 an keinem geringeren Ort als dem Münchener Oktoberfest. „Ich fand das Thema Führung immer spannend“, sagt Kosicke im SPONSORs-Podcast. Er habe bei einer Sondierung des Sportmarktes schnell festgestellt, dass Trainer, Sportdirektoren und Geschäftsführer in Sachen Beratung „ziemlich einsam sind“. Die erste Partnerschaft kam dann schon auf seiner Nike-Abschiedsfeier zu Stande – mit keinem geringeren als Jürgen Klopp.

Attraktive Klienten: von Rangnick über Götze bis Kaul

Heute umfasst das Portfolio von Projekt B längst nicht nur Trainer. Beispielsweise zählt seit mehr als einem halben Jahr auch Mario Götze zu den Klienten der in Kassel ansässigen Berateragentur. Dazu ist Kosicke mit seinem achtköpfigen Team für Stars wie Ralf Rangnick, Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul, die Sprinterin Gina Lückenkemper sowie „Sportstudio“-Moderator Sven Voss tätig. Trotz des beachtlichen Wachstums legt Kosicke weiter großen Wert auf den „Botique“-Charakter seines Unternehmens: „Größe ist nicht immer gleich Professionalität.“ Das zeigt sich am eindrücklichsten darin, dass Projekt-B-Geschäftsführer bis heute mit all seinen Klienten lediglich einen Handschlagvertrag hat.

„Mia san mia“-Erfinder und Investor

Einen Meilenstein seiner bisherigen beruflichen Karriere hat Kosicke 2008 gelegt: „Ich durfte für den FC Bayern München den ‚Mia-san-mia-Slogan entwickeln‘ und auch deren ‚Club-Bibel‘ sowie Marken-Werte mit einer Arbeitsgruppe mitentwickeln.“ Darüber hinaus ist der gebürtige Bremer auch als Gesellschafter an mehreren Unternehmen im Sportbusiness beteiligt. Dabei verfolgt er eine klare Ausrichtung: „Ich schaue immer, dass ich mich an Dingen beteilige, wo ich auch einen Impact habe und die ich verstehe.“

Dazu zählt unter anderem die Hamburger Agentur Onside, die sich vor allem auf die Organisation von Trainingslagern und Freundschaftsspielen für Proficlubs spezialisiert hat. Des Weiteren ist Kosicke auch an der Agentur „Five Aside“ beteiligt, die von den zwei ehemaligen Projekt-B-Mitarbeitern Marvin Docke und Tim Lederer gegründet wurde und heute unter anderem Mats Hummels und Timo Werner in der Vermarktung berät. „Ich mag es, gute Leute zu fördern“, erklärt Kosicke seine Philosophie als Investor. Deshalb habe er auch jüngst in das Sport-Tech-Start-up „My Football Space“ investiert.

„Das Hertha-Thema ist im Moment ein großes“

Seit dem vergangenen Jahr ist Kosicke darüber hinaus auch als Berater für Hertha-Investor Lars Windhorst tätig: „Ich habe das Mandat bekommen, im Namen von Tenor, verschiedenste Gespräche mit Hertha zu führen, um diese Partnerschaft möglichst erfolgreich werden zu lassen.“ Ein Thema, dass eng mit dem Engagement von Windhorst bei Hertha BSC verbunden ist, ist die 50+1-Regel. „Ich glaube, dass man es zulassen sollte, unter klar definierten Bedingungen“, plädiert Kosicke für eine Lockerung der Regel. Insgesamt sieht er unabhängig davon in der Investorenberatung großes Potenzial: „Seitdem ich für Tennor und Lars Windhorst dieses Thema begleite, kamen auch schon andere Unternehmen auf mich zu, die sich überlegen in den deutschen Fußball einzusteigen.“

Foto: SPONSORs / picture alliance

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