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WWP-CEO Radel: „Wir haben gerade jetzt in Innovationsthemen investiert“

Im SPONSORs-Interview erklären die beiden Geschäftsführer der WWP Group, Philipp Radel und Mirjam Hummel-Ortner, wie sie mitten in der Corona-Krise neue Sponsoren für die Hahnenkamm-Rennen gewinnen, warum sie gerade jetzt in Innovationsthemen investieren und wie sie die Gen Z für das Traditionsevent begeistern.

SPONSORs: Frau Hummel-Ortner, Herr Radel, die diesjährigen Hahnenkamm-Rennen waren in vielerlei Hinsicht besonders. Erstmals seit der Premiere 1931 konnten keine Zuschauer an der Strecke sein. Pandemie-bedingt war ein umfangreiches Präventions- und Hygienekonzept nötig und dann gab es auch noch Wetterkapriolen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Hummel-Ortner: Wir sind zunächst unglaublich froh und dankbar, dass die Hahnenkamm-Rennen 2021 überhaupt stattfinden konnten. Das war angesichts der Rahmenbedingungen sicher nicht selbstverständlich. Deswegen konzentrieren wir uns in der Nachbetrachtung darauf, was wir in diesem Jahr an Innovationen und kreativen Ideen einbringen konnten und trauern nicht dem nach, was wir gegenüber dem „Normalzustand“ verloren haben. Unsere Bilanz fällt deshalb absolut positiv aus.

SPONSORs: WWP ist seit 1997 exklusiver Marketing- und Vermarktungspartner der Hahnenkamm-Rennen. Eine vergleichbare Situation gab es bislang nicht. Können Sie uns einen kleinen Einblick in die diesjährige Planung und Umsetzung des Events geben?

Radel: Wir haben uns seit März 2020 wöchentlich mit dem Kitzbüheler Ski-Club – dem Veranstalter und unserem wichtigsten Partner – über die laufenden Corona-Entwicklungen ausgetauscht. Bereits Ende August haben wir dann entschieden, unsere beliebte Hospitality-Plattform „Kitz-Race-Club“ in diesem Jahr nicht aufzubauen. Das ist uns natürlich extrem schwergefallen, schließlich ist das ein elementarer Bestandteil der Hahnenkamm-Rennen und auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Herzstück des Events. Ebenfalls bereits im August, also viel früher als wir mussten, haben wir beschlossen, dass wir komplett ohne Zuschauer an der Strecke planen.

SPONSORs: Wie wurden diese Entscheidungen von Ihren Partnern aufgenommen?

Radel: Wir haben viel positives Feedback für die frühzeitige Entscheidung bekommen, sowohl von den Sponsoren als auch von den Lieferanten. Jeder hatte damit in unsicheren Zeiten zumindest Planungssicherheit.

Hahnenkamm-Rennen
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LED-Starthaus: „Aktivierungsmöglichkeiten mit hohem Innovationsgrad und neuen Perspektiven.“ (Foto: WWP)

SPONSORs: Durch die Corona-Pandemie sind Ihnen die Ticketing- und Hospitality-Einnahmen komplett weggefallen. Konnten Sie diese Verluste an anderer Stelle zumindest teilweise kompensieren?

Radel: Wir haben uns natürlich bemüht, den Partnern zahlreiche digitale Alternativen zu bieten – auch Zusatzleistungen wie die A1-Fan-App und eine aufmerksamkeitsstarke Aktivierung mit Audi und dem E-tron GT im Zielbereich. Und wir haben gerade jetzt in Innovationsthemen investiert: Ein neues LED-Starthaus wurde gebaut, das uns und den Partnern auch in der Zukunft attraktive Möglichkeiten bietet. Mit Liqui Moly haben wir mitten in der Corona-Krise sogar einen neuen Sponsor hinzugewonnen, der in diesem Jahr unter anderem die Werbeflächen auf dem Starthaus der „Streif“ belegt hat. Darüber hinaus haben mit Generali und Interwetten zwei Partner vorzeitig bis 2025 verlängert. Wir sind sehr zuversichtlich, dass im Sponsoring in Kürze weitere positive Schlagzeilen folgen.

SPONSORs: Wie schaffen Sie es in diesen Zeiten mit großen Partnern, die teils siebenstellige Summen bezahlen, erfolgreich zu verlängern und sogar neue zu gewinnen?

Hummel-Ortner: Es sind sicher zwei Aspekte, die hier zum Tragen kommen: zum einen das Vertrauen der Partner, dass wir über die vergangenen Jahre aufgebaut haben, zum anderen haben wir mit den Hahnenkamm-Rennen eine herausragende Plattform mit der besonderen Situation, dass wir hier auch zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten haben. Die bietet nicht nur für bestehende, sondern auch für neue Partner Aktivierungsmöglichkeiten mit hohem Innovationsgrad und ganz neuen Perspektiven.

SPONSORs: WWP hat immer auch die Weiterentwicklung des Events im Blick gehabt. Vor allem in Bezug auf die Vermarktung aber auch hinsichtlich der Inszenierung. Einige Innovationen in 2021 sind schon angeklungen. Was lässt sich besonders hervorheben?

Radel: Ein Highlight war in diesem Jahr sicher die interaktive A1-Fan-App, über die sich die Zuschauer direkt in das vom ORF produzierte, weltweite TV-Signal einbringen konnten. Applaus, Jubel, Glocken und Tröten der Zuschauer wurden live in die Fernsehübertragung eingespielt und ins Ziel übertragen. Das hat super funktioniert. Wie intensiv jeder einzelne Läufer angefeuert wurden, hat der „A1 5Gigameter“ angezeigt.

SPONSORs: Wie intensiv wurde die A1-Fan-App genutzt?

Radel: Wir hatten in etwa so viele Unique-Users wie ein volles Fußballstadion oder ein sehr voller Zielraum beim Hahnenkamm-Rennen. Auch für unseren Partner ein Erfolg: Alle diese Leute haben ganz bewusst mit der Marke A1 interagiert. Das ist mit Sicherheit ein Element, was auch ohne die Corona-Krise dauerhaft in die Aktivierung aufgenommen werden könnte.

Audi
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Audi elektrisiert Kitzbühel: „Komplette Produktinnovationen im Skisport abbilden.“ (Foto: WWP)

SPONSORs: Auch Ihr Medienpartner ORF hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um die TV-Übertragung so attraktiv wie möglich zu machen.

Hummel-Ortner: Der ORF ist hier – nicht erst seit diesem Jahr – sehr innovativ unterwegs. 2021 wurden die Rennen von über 49 Kameras übertragen, was spektakuläre TV-Bilder ermöglicht hat. Darüber hinaus wurde extra in den Ton investiert, damit die Zuschauer die Läufer noch besser hören. Wir haben uns wiederum überlegt, wie wir die Marken bestmöglich in diesem besonderen Rahmen inszenieren können. 

SPONSORs: Sie haben unter anderem das bereits angesprochene LED-Starthaus installiert, was hat es damit auf sich?

Radel: Für uns ist das eine ganz neue Dimension, auf die wir sehr stolz sind. Das LED-Starthaus ermöglicht uns zum einen, den jeweiligen Läufer beim Start mit Foto und weiteren persönlichen Informationen zu präsentieren, zum anderen lassen sich natürlich auch ganz individuelle Botschaften der Sponsoren transportieren. Beispielsweise konnte Audi erstmals komplette Produktinnovationen im Skisport abbilden, indem sie den Audi E-tron GT auf dem LED-Starthaus präsentiert haben. WWP selber hat die Technik übrigens auch genutzt, um Partnern, Sponsoren und dem gesamten Netzwerk individuelle Grußbotschaften zu schicken, die wir eigens auf den LEDs eingespielt haben.

SPONSORs: Helfen solche Innovationen auch dabei, das Hahnenkamm-Rennen für die junge Zielgruppe noch attraktiver zu machen?

Hummel-Ortner: Es liegt an uns, die Hahnenkamm-Rennen immer weiterzuentwickeln. Wir machen uns natürlich Gedanken, wie wir gerade mit der Generation Z noch besser in Interaktion treten können. Auch wenn ich glaube, dass diese Zielgruppe bei unserem Event deutlich präsenter ist, als das etwa bei vielen anderen Wintersportveranstaltungen der Fall ist. Was uns sehr hilft ist die Tatsache, dass unsere Sponsoren das gleiche Ziel verfolgen.

Red-Bull-Aktivierung 2021: „Kurs-Besichtigung mit Wingsuits und Speed-Schirmen.“

SPONSORs: Können Sie uns ein Beispiel geben, wo sich das zuletzt gezeigt hat?

Radel: Eine sehr gelungene Aktivierung hat etwa Red Bull in diesem Jahr umgesetzt. Das Red Bull Skydive Team hat 2021 in Wingsuits und mit Speed-Schirmen die Kurs-Besichtigung übernommen. Diese spektakulären Bilder wurden in Video-Snippets auf den digitalen Kanälen ausgespielt. Ein weiteres Beispiel ist unsere Reachbird-Kampagne mit Tommy Hilfiger, die im vergangenen Jahr lief. Dabei haben wir mit 15 Influencern zusammengearbeitet und so – vor allem auch in der jungen Zielgruppe – eine Bruttoreichweite von über 25 Millionen erzielt. Von solchen Aktivierungen profitieren alle Beteiligten. Und 2022 aktivieren wir hoffentlich auch wieder live bei den Fans vor Ort.

SPONSORs: Frau Hummel-Ortner, Herr Radel, vielen Dank für das Gespräch.

Titelfoto: WWP

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