Holger Sanwald

Sanwald: „Wir können 2020 auch ohne Zuschauer überleben“

Einige Clubs der 2. Bundesliga kämpfen aktuell mit finanziellen Engpässen durch die Corona-Krise oder könnten bei Abbruch der Saison sogar von einer Insolvenz bedroht sein. Der 1. FC Heidenheim (FCH) gehört nicht dazu wie der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald im persönlichen Gespräch versichert.

Der 1. FC Heidenheim ist durch die Corona-Krise nicht akut gefährdet. Holger Sanwald nennt hierfür zwei entscheidende Faktoren. Vor einem Jahr hat der Club die Voith-Arena der Stadt Heidenheim abgekauft. Nachdem der FCH seinem Vorstandsvorsitzenden zu Folge zuvor lange „von der Hand in den Mund gelebt hat“, wurden seitdem langfristige Darlehensverträge abgeschlossen. Gerade in der Krise sei es seiner Meinung nach wichtig, die Tilgungsleistungen langfristig strecken zu können.

Indes hat auch der 1. FC Heidenheim Kurzarbeit angemeldet, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Der Club will so auf Kündigungen verzichten und nach dem Ende der Krise sofort wieder in die Normalität zurückkehren. Ein wichtiges Signal kam zu Beginn der Corona-Krise aus der Profimannschaft, die freiwillig auf Gehalt verzichtet. Alle FCH-Mitarbeiter bekommen daher auch in Kurzarbeit immerhin 80 Prozent ihres Nettogehalts. „Wir haben keine arbeitsvertraglichen Voraussetzungen für Kurzarbeit“, sagt Sanwald. Jeder Mitarbeiter musste daher eine entsprechende Zusatzvereinbarung unterschreiben.

Außerdem profitiert der FCH vom Rekordtransfersommer 2019. Insgesamt wurden Spieler für rund 10 Millionen Euro verkauft. Vor zwei Jahren hätte es den Club laut Sanwald noch deutlich härter getroffen: „Wir können sicherlich länger überleben als manche unserer Kollegen, die in einigen Bereichen noch nicht so weit sind“, analysiert Sanwald. Dennoch trifft die Krise auch den FC Heidenheim hart: „Wir werden Millionenverluste haben“, so der FCH-Boss weiter. Trotzdem versichert er: „Wir können 2020 auch ohne Zuschauer überleben.“

Entscheidend sei für seinen Club die Liquidität aufrecht zu erhalten und den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Auch wenn die Situation weiter ungewiss ist, spricht Sanwald der DFL ein großes Lob aus: „Nach jeder Sitzung hatte ich das Gefühl, da wird in die richtige Richtung gearbeitet.“ Auch die Solidarität unter den Clubs hebt er hervor. Alle wissen, dass der Weg aus der Krise nur gemeinsam zu meistern ist: „Wir müssen das Maximale tun, um auf das schlimmste Szenario vorbereitet zu sein.“