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Veganz-Gründer Bredack: „Hinter Sponsoring stehen konkrete Business-Cases“

Die innovativste Food-Marke Deutschlands Veganz ist seit Beginn der Saison 2021/22 Official Partner und Ärmelsponsor beim deutschen Vizemeister RB Leipzig. Im Video-Interview mit SPONSORs spricht Unternehmensgründer und CEO Jan Bredack über die Hintergründe für den Einstieg ins Sportsponsoring, warum es ihm um mehr als nur um die werbliche Präsenz geht und bei welchen weiteren Clubs und Ligen Veganz künftig zu sehen sein könnte.

Jan Bredack verzichtet schon seit 2009 voller Überzeugung auf tierische Produkte. Nur zwei Jahre später hat er mit Veganz einen eigenen Supermarkt nur für vegane Lebensmittel am Prenzlauer Berg in Berlin eröffnet. „Ein Supermarkt auf rein pflanzlicher Basis“, schrieb Die ZEIT über ein bis dahin einmaliges Projekt. Auf einer Verkaufsfläche von gerade einmal 125 Quadratmetern machte Bredack im ersten Jahr 1,6 Millionen Euro Umsatz. Um sein Unternehmen brach anschließend ein Hype aus, mit dem der heute 49-Jährige nicht gerechnet hätte – sogar CNN und die New York Times interessierten sich plötzlich für das junge Start-up aus Berlin. „Wir haben uns mit dem ersten veganen Supermarkt ein kleines Paralleluniversum aufgebaut“, erzählt Bredack im Video-Interview mit SPONSORs. Inzwischen erwirtschaftet Veganz mit seinem Claim „Iss mal was fürs Klima“ Umsätze von über 30 Millionen Euro, wächst pro Jahr im zweistelligen Prozentbereich und operiert in 28 Ländern.

Branchenübergreifend gehört Veganz in Deutschland hinter Tesla und dem dänischen Unternehmen Too good to go laut Marktforschungsinstitut YouGov zu den innovativsten Marken überhaupt. Nun bereitet Bredack mit Veganz sogar den Gang an die Börse vor. Der globale Markt für pflanzliche Lebensmittel bietet mit durchschnittlichen Wachstumsraten von neun Prozent pro Jahr ein attraktives Feld für Investoren und wird bis 2025 etwa 18 Milliarden Euro groß sein - Tendenz steigend. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ernähren sich heute bereits doppelt so viele 15- bis 29-Jährige vegetarisch oder vegan. Klima- und Umweltschutz sind neben einer gesunden Lebensweise die wichtigsten Treiber dieser Entwicklung. Veganz leistet mit seinen Bemühungen, Menschen von pflanzlicher Ernährung zu überzeugen und gleichzeitig auf nachhaltige Verpackungen zu setzen, einen gesellschaftlich stetig relevanter werdenden Beitrag.

Veganz will seine Zielgruppe mit Sportsponsoring erweitern

Um die Marke und die Produkte einem noch größeren Publikum bekannt und zugänglich zu machen, engagiert sich Bredacks Unternehmen seit Beginn der Saison 2021/22 auch im Profisport und ist mindestens für drei Jahre Official Partner und Ärmelsponsor von RB Leipzig. „Unsere Hauptzielgruppe sind bislang Frauen. Aber das soll nicht so bleiben, deshalb gehen wir ins Stadion“, erklärt Bredack. Dabei war ein Sponsoring im Fußball für ihn lange Zeit kein Thema. In einigen Stadien habe er eine Stimmungslage erlebt, die die Frage aufwarf: Passt die Marke Veganz wirklich hierher? Bei RB Leipzig sei das schließlich anders gewesen, was vor allem an der Zusammensetzung des Publikums liegt. „Fast die Hälfte der Zuschauer sind weiblich. Es sind viele Familien dabei“, sagt Bredack, der die Fans von RB Leipzig nicht nur mit veganen Sweets und Snacks versorgt, sondern auch mit einer eigens hergestellten veganen Stadionwurst.

Auch sportlich und konzeptionell ist Bredack vom deutschen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer überzeugt. „Sie [RB Leipzig, Anm. d. Redaktion] sind wirklich absolut wie ein Start-up unterwegs und haben Denkansätze, die mich überrascht haben. Das Thema Essen spielt eine zentrale Rolle und es gibt eine klare Meinung zu pflanzlicher Ernährung“, sagt der Unternehmensgründer über die Partnerschaft. In Zukunft will Veganz dem Thema Sport-Sponsoring einen deutlich höheren Stellenwert in seinen Marketing-Budgets beimessen. „Weil hinter Sponsoring für uns auch konkrete Business-Cases stecken, die direkt rechenbar sind“, so Bredack. Interessenten gibt es inzwischen viele. Veganz liegen Anfragen aus der Bundesliga, Premier League und La Liga vor. Selbst Real Madrid hat sich bereits bei Bredack gemeldet. Der Weg zur königlichen veganen Stadionwurst ist wohl nicht mehr so weit.

Foto: Veganz

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